Aktien: Rüstungsindustrie profitiert vom Ukraine-Konflikt


Die ersten Rückschläge in der Nacht vor dem Beginn der russischen Invasion fielen mehr als deutlich aus. Putins Entscheidung für einen Angriff auf die Ukraine blieb nicht ohne Spuren. Der Deutsche Aktienindex (DAX), US-amerikanische Indizes von Dow Jones bis S&P 500 und – wie nicht anders zu erwarten – auch der russische Leitindex RTS gaben nach der Meldung aus Moskau spürbar nach. Doch so schnell, wie die Verluste kamen, erholten sich die meisten Aktienmärkte zum Ende der aktuellen Handelswoche wieder. Selbst an der Börse in Moskau blieb ein fortgesetzter Einbruch fürs Erste aus. Weitere Sanktionen der USA, Europas und anderer Länder könnten jedoch schon bald für neue Probleme sorgen. In Russland könnten die Maßnahmen aus dem Ausland dazu führen, dass die Aktienkurse trotz der Bemühung der Notenbank, den drohenden Schaden für den Markt und den Russischen Rubel zu begrenzen, empfindlich fallen.

Wie bei jeder Krise gibt es aber auch in der momentanen Phase Gewinner. Wenig überraschend: Gerade Wertpapiere wichtiger Rüstungskonzerne stoßen auf Anlegerinteresse.

 

Europas Rüstungsfirmen auf dem Markt stark gefragt

Dass die steigende Nachfrage aus ethischen und moralischen Gründen durchaus Kritik verdient, ändert nichts daran, dass Rüstungswerte wohl ein guter Weg zu hohen Renditen sein werden. Zum Ende der Handelswoche durften sich unter anderem das britische Unternehmen BAE Systems, Thales aus Frankreich sowie der deutsche Rüstungskonzern und Automobilzulieferer Rheinmetall AG aus Düsseldorf über Kursgewinne freuen. Die Rheinmetall Aktie befindet sich bereits seit Anfang Februar in einem klaren Aufwärtstrend. Nach dem Tief bei 92,50 Euro legte das Papier während des Monats deutlich zu, musste nach der mehr als zweiwöchigen Erholungsphase kurz vor Beginn des russischen Einmarschs in die Ukraine aber nochmals eine Korrektur verarbeiten. Am Freitag (25.02.2022) stieg der Kurs der Aktie nun eindrucksvoll. Zum Beginn des Handelstags sah es zeitweise so aus, als könnte der Kurs die Schwelle von 106 Euro hinter sich lassen. Mehr kostete der Anteilschein zuletzt im November 2019.

 

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Deutliche Gewinne in der gesamten Sparte erkennbar

Der Anstieg auf fast 105 Euro bis Redaktionsschluss am Freitagmittag konnte sich dennoch sehen lassen. Während der Handelswoche verzeichnete die Aktie ein Plus von mehr als 7,6 Prozent. Den höchsten Stand seit rund zwei Jahren erreichten auch die beiden anderen genannten europäischen Konzerne Thales und BAE Systems. Die Thales Aktie stieg seit Montag um fast acht Prozent, sein Hoch der Woche erreichte das Wertpapier in den frühen Morgenstunden des Freitags bei 92,50 Euro. Nach einer starken Korrektur am späten Morgen auf knapp über 90 Euro legte das Papier erneut zu. Mit zuletzt etwa 92 Euro lag die Aktie am Mittag um immerhin 2,25 Prozent gegenüber dem Vortag im Plus. Noch erfreulicher fiel die Entwicklung aus Anlegersicht bei der BAE Systems Aktie aus. Sie legte im Wochenverlauf knapp zweistellig zu. Mit einem Kurs von rund acht Euro belief sich das Plus am Freitag seit Donnerstag immerhin noch auf etwas über 4,5 Prozent.

 

Deutsche Politik denkt laut über Aufstockung des Rüstungsbudgets nach

Die Konzerne verbindet ein Produktionsschwerpunkt im Bereich der Rüstungsindustrie, wenngleich hier wie dort auch andere Produkte hergestellt werden. Rheinmetall fertigt unter anderem Panzer, der britische Mitbewerber gehört zu den führenden Herstellern von Flugzeugen und U-Booten. Im Portfolio der Thales-Gruppe aus Frankreich spielt Militärtechnik ebenfalls eine zentrale Rolle. Mit dem Unternehmen Hensoldt gab es in Deutschland noch einen weiteren Profiteur der neuesten Nachrichten aus Moskau zur Zuspitzung der ungleichen militärischen Auseinandersetzung zwischen der Russischen Föderation und der Ukraine. Am Donnerstag war die Hensoldt Aktie nur knapp an einem Gewinn von zehn Prozent gescheitert, der vorbörsliche Handel am Freitag stellte jedoch bereits ein zusätzliches Wachstum um gut 6,5 Prozent in Aussicht. Für viele Analysten steht fest, dass der Ukraine-Konflikte auf den Märkten zu einer Art Umdenken führen könnte – weg von moralischen Bedenken der Anleger.

Die Tatsache, dass der deutsche Wirtschaftsminister Robert Habeck schon früh nach Ausbruch des Krieges neue weitreichende Investitionen in eine bessere Ausstattung der Bundeswehr und somit die Rückkehr zu einem größeren Verteidigungsbudget in Aussicht stellte, dürfte nicht nur in der deutschen Rüstungsindustrie auf offene Ohren gestoßen sein.

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