VW: Produktionsausbau und große Pläne für E-Mobilität in den USA


Wie die meisten deutschen Automobilhersteller litt auch der Wolfsburger Konzern Volkswagen seit dem Ausbruch der Pandemie unter der problematischen Lage auf dem globalen Rohstoffmarkt. Schritt für Schritt zeichnete sich seit einiger Zeit nun eine bessere Versorgung ab. Eine wichtige Entwicklung für den traditionsreichen Autobauer. Das Unternehmen gab deshalb nun bekannt, die Produktion im Wolfsburger Stammwerk merklich schneller und stärker ausbauen zu wollen, als es der bisherige Plan vorgesehen hatte. Zur Wochenmitte, also am 23.03.2022 beginnt VW zunächst bei der Fertigung des Dauerbrenners Gold wieder mit dem Betrieb in zwei Schichten.

Produktion des VW Golf soll endlich deutlich gesteigert werden

Damit nicht genug: Schon in der kommenden Woche will der Hersteller bereits auf den Drei-Schicht-Betrieb umsteigen. Das erklärte Ziel der Entscheidung ist eine rasche Abarbeitung der Nachfrage. Die Wartelisten im Hause Volkswagen sind – auch hier gibt es eine deutliche Parallele zu etlichen Mitbewerbern – lang. Viele Unternehmen und Privatkunden warten schon lange auf die Auslieferung ihrer bestellten Fahrzeuge. Vor dem Hintergrund der Pandemie und des Krieges verzichtet der Konzern allerdings vorerst auf eine langfristige Produktionsstrategie und will stattdessen die Versorgungslage auf dem Rohstoffmarkt im Blick behalten. Der Krieg in der Ukraine hatte in den vergangenen Wochen mit Schwierigkeiten mit Zulieferern zu kämpfen. Kabel und Kabelbäume sind zwei wichtige Vorerzeugnisse, bei denen der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine zu Problemen geführt hatte.

Auf die guten Nachrichten zur Fertigung reagierte die VW-Aktie mit einem zwischenzeitlichen Plus um fast 1,4 Prozent. Die Aktie notierte im Xetra-Handel bei Redaktionsschluss knapp unter der Marke von 155 Euro.

 

VW will Anteil von E-Autos in den USA massiv ausbauen

Die Meldungen zur Aufstockung der Produktion war dabei aber fraglos nur ein positives Signal. Viel stärker dürfte wohl der Einfluss der konkreten Pläne von VW zur E-Strategie mit Blick auf den US-Markt auf das Wertpapier gewesen sein. Bis 2030, so heißt es vonseiten des Konzerns, sollen über 25 neue E-Fahrzeuge den Weg auf den US-amerikanischen Markt finden. Ein klares Bekenntnis des Unternehmens zu seinem wiederholt bestätigten Vorhaben, E-Autobauern wie Tesla stärker als bisher Konkurrenz machen zu wollen. Auch den Anteil der E-Mobilität am Gesamtabsatz in den USA hat sich Volkswagen auf die Fahne schreiben. Das Ziel gibt VW mit 55 Prozent an seinen Fahrzeugabsätzen im Land an. Auch befindet sich eine VW-eigene Zellfabrik in der Planung.

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Hersteller will sich schrittweise vom „Benziner“ verabschieden

Als Teil der „E-Offensive“ wird Volkswagen sein bisher in Zwickau gefertigtes Modell ID.4 ab diesem Jahr in Chattanooga im Bundesstaat Tennessee produzieren. Auch der Fahrzeugtyp ID. Buzz (ab 2024) und ein neuer Elektro-SUV (ab dem Jahr 2026) sollen am besagten Standort vom Band laufen. Zur Frage, welche 25 E-Modelle genau bis 2030 auf den Markt kommen sollen, äußerte man sich im Hause Volkswagen erst einmal nicht. Scott Keogh, seines Zeichens CEO und Präsident der Volkswagen Group of America, teilte aber etwas anderes mit, was bei Aktionären für Aufmerksamkeit sorgen dürfte. Der Konzern wolle zeitnah den Startschuss geben, um in den USA sukzessive Benzin-betriebene Fahrzeuge vom Markt zu nehmen.

 

Wichtige Produktionsentscheidungen sollen zukünftig in den USA fallen

Der vollständige Ausstieg soll nach dem aktuellen Zeitplan dann pünktlich Anfang des nächsten Jahrzehnts erfolgen. Dabei werde die Produktion neuer Fahrzeuge mit E-Antrieb nach und nach auch auf andere Werke in den USA wie auch im Nachbarland Mexiko ausgeweitet. Auch allgemein strebt VW eine zunehmende „Lokalisierung“ des US-Geschäfts aus. Denn ebenfalls bis zum Jahr 2030 sollen Entscheidungen zu den Themen Konstruktion und Design für die Bereiche Karosserie und Innenraum nach Nordamerika verlagert werden. Schon im Mai dieses Jahres will der Hersteller sein sogenanntes „Battery Engineering Lab (BEL)“ – ebenfalls mit Sitz in Chattanooga – in Betrieb nehmen. All diese Informationen könnten der VW Aktie in der nächsten Zeit zu weiteren Kursgewinnen verhelfen.

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