US-Notenbank Federal Reserve nimmt erste Leitzins-Anhebung in Angriff


Nun ist es also so weit: Die US-Notenbank Federal Reserve ergreift bezüglich des Leitzinses um ersten Mal seit Ende 2018 Maßnahmen. Viele Experten hatten sich schon seit längerem dafür ausgesprochen, dass die FED eingreift, um endlich der steigenden Inflation in den USA den Kampf anzusagen. Im ersten Schritt heben die Währungshüter den Zinssatz um 0,25 Prozent an. Der Zinssatz liegt damit im Bereich von 0,25 bis 0,5 Prozent. Weitere Interventionen sind dabei nicht ausgeschlossen. Vielmehr betonte Jerome Powell, der Chef der Notenbank, dass Anleger auf weitere Anhebungen vorbereitet sein sollten, wenngleich die FED wie gehabt Umsicht walten lassen möchte. Unumstritten ist die Entscheidung nicht.

Erste Korrektur des Zinssatzes seit Ende 2018

Wichtig war Powell im Zusammenhang mit der Ankündigung, auf die Stärke der US-Wirtschaft hinzuweisen. Die Ökonomie der Vereinigten Staaten könnte eine „strengere Geldpolitik“ durchaus verkraften. Die Gefahr einer stärkeren Rezession sehe man derzeit nicht. Auch sei die Wirtschaft in der Lage, auf unvorhersehbare Veränderungen umgehend zu reagieren. Powell leitete mit dieser Einschätzung insbesondere die Aussicht auf weitere Zinsanhebungen nach den kommenden sechs Sitzungen der FED ein, die nach aktuellem Stand ebenfalls bei je einem Viertelprozent liegen dürften. Am Ende könnte der US-Leitzins zum Ende des Jahres 2022 bei bis zu zwei Prozent liegen. So oder so: Statt bisher angedachten drei Anhebungen des Zinsniveaus könnte es nun deutlich mehr Erhöhungen im laufenden Jahr geben.

Der Grund für die Entscheidung der Federal Reserve sind unter anderem die deutlich gestiegenen Verbraucherpreise in den USA, die mit einem Plus um 7,9 Prozent so stark zugelegt hatten wie zuletzt vor 40 Jahren. Das erklärte durchschnittliche Inflationsziel sieht die Notenbank weiterhin bei rund zwei Prozent.

EZB verzichtet auf Zinsanpassung, sieht aber gute Optionen für schnelle Reaktionen

Die FED-Entscheidung war nicht zuletzt deshalb mit Spannung erwartet worden, weil sich die Europäische Zentralbank (EZB) in der Vergangenheit die US-Maßnahmen oft und gerne zum Vorbild genommen hatte. Die amtierende EZB-Chefin Christine Lagarde reagierte umgehend. Auch in ihrer Stellungnahme spielt der Krieg in der Ukraine eine zentrale Rolle. Die militärische Krise ordnete Lagarde nun mit der klaren Aussage ein, EZB sei durchaus in der Lage, „flexibel“ auf die Kriegsfolgen reagieren zu können. Sollten die europäischen Währungshüter die Notwendigkeit zusätzlicher Maßnahmen sehen, könnten diese umgehend in die Wege geleitet werden. Gemeint ist damit ohne Frage eine erneute Zuspitzung des Krieges mit all seinen ökonomischen Auswirkungen für Europa.

Verschärfung der Krise könnte die Zentralbank auf den Plan rufen

Das Ziel einer Normalisierung der Geldpolitik verfolgt die EZB damit auch weiterhin. Es gebe verschiedene Instrumente, so Lagarde im Rahmen der Geldpolitik-Konferenz der Zentralbank am 17.03.2022. Sollte der Krieg zunehmend zu einem Hindernis für die konjunkturelle Erholung werden, sei man bereit zu handeln und gut vorbereitet. Dass die EZB über die nötigen Mittel verfüge, habe die Vergangenheit eindrucksvoll gezeigt. Die aktuelle Inflationsrate in Höhe von 5,9 Prozent im Euroraum ist nicht nur weit entfernt vom übergeordneten Ziel von zwei Prozent. Es gibt zugleich viele Analysten, die berechtigte Zweifel hegen, dass dieser Wert im gesteckten Zeitrahmen erreicht werden kann. EZB-Chefin Lagarde hingegen sieht deutliche Signale für eine wahrscheinliche mittelfristige Stabilisierung der Inflation auf dem besagten Niveau. Die Notenbank hält an ihrem Vorhaben fest, Anleihenkäufe in Milliardenhöhe weiter zu reduzieren und diese zum Sommer dieses Jahres auslaufen zu laufen – vorausgesetzt, der momentane Ausblick auf die Inflationsentwicklung hat Bestand.

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So könnte die EZB also tatsächlich wie so oft der FED folgen. An der skeptischen Grundhaltung vieler Ökonomen ändert dies angesichts der rasant gestiegenen Preise und der Erwartung weiterer Preisausbrüche vorerst wenig.

FED präsentiert neue Aussicht bis zum Jahr 2024

Die Politik der Notenbanken stellen viele Analysten insbesondere deshalb infrage, weil die tatsächlichen Auswirkungen des Krieges in der Ukraine auf die Wirtschaft der USA und Europas zum jetzigen Zeitpunkt ungewiss sind. Die FED wird dieser Einschätzung insofern gerecht, als sie die Prognose für das Wirtschaftswachstum in den Vereinigten Staaten zuletzt um 1,2 Prozentpunkte auf nur noch 2,8 Prozent korrigiert hat. Von einem „starken Wachstum“ geht FED-Chef Powell aber dennoch aus. An den internationalen Aktienmärkten hinterließ die Zinsanhebung durch die Federal Reserve um 0,25 Prozent nur kurzfristig Spuren. Denn sowohl Wirtschaftsexperten als auch Anleger hatten mit diesem Schritt gerechnet. Was jedoch für Überraschung sorgte, war die Vorhersage eines mittleren Leitzinses in Höhe von 2,8 Prozent für 2023 und 2024.

Sollte sich diese Prognose bestätigen, würde die US-Wirtschaft für zwei weitere Jahre am Zwei-Prozent-Ziel der Inflation scheitern. Nicht nur an den Börsen blieb eine deutliche Reaktion auf die FED-Meldungen aus. Auch beim Währungspaar aus Euro und US-Dollar zeichnete sich keine deutliche Korrektur ab.

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