Russische Oligarchen nutzen Kryptos zur Umgehung von Sanktionen – Ukraine treibt Legalisierung voran


Viele Kryptoexperten hatten schon im Vorfeld des Kriegs in der Ukraine prognostiziert, dass digitale Währungen vor allem russischer Seite eine nicht zu unterschätzende Bedeutung haben könnten, wenn internationale Sanktionen in die Tat umgesetzt werden. Ein britisches Unternehmen hat sich eingehend mit der Frage befasst, wie Kryptowährungen und -wallets nun tatsächlich zum Einsatz kommen, um Restriktionen zu umgehen. Zugleich ist die ukrainische Regierung bemüht, Währungen wie den Bitcoin schneller zu legalisieren. Insbesondere im Zusammenhang mit Spenden aus dem Ausland erweisen sich Coins und Token als schneller und einfacher Weg, Nicht-Regierungs-Organisationen benötigte Gelder zugänglich zu machen. So spielen Digitalwährungen auf beiden Seiten des militärischen Konflikts als modernes Hilfsmittel. Allerdings zeigt sich an den aktuellen Erkenntnissen: BTC und Co. erweisen sich nicht nur für die von der Invasion betroffene Invasion als vorteilhaft.

Wie sehr profitieren sanktionierte russische Oligarchen von Kryptowährungen?

Die politischen Maßnahmen vieler nicht direkt am Konflikt beteiligter Länder zielen unter anderem darauf ab, schwerreiche Russen, denen oftmals ein enges Verhältnis zum russischen Präsidenten Putin, wirtschaftlich unter Druck zu setzen. Gesperrte Bankkonten, konfiszierte Immobilien, Auslandsvermögen … die Liste der wirtschaftlichen Hebel, die die USA, europäische Länder und andere Staaten ansetzen, ist lang. Das auf das Thema Krypto-Forensik spezialisierte Unternehmen Elliptic aus Großbritannien konnte nun beweisen, dass verschiedene Oligarchen aus Russland Krypto-Wallets zur Umgehung der weitreichenden Sanktionen nutzen – oder diese digitalen Geldbörsen zumindest in der Theorie verwenden, um Sanktionen sprichwörtlich zu umschiffen. Zwar garantieren inzwischen immer mehr international tätige Kryptobörsen, ihrerseits Sanktionen umzusetzen. Nichtsdestotrotz greifen die geltenden Schritte bei Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum scheinbar weniger erfolgreich als innerhalb des traditionellen Finanzsystems.

Digitale Währungen können helfen, Restriktionen zu umgehen

Die dezentrale Ausrichtung der Blockchain und der Digitalwährungen machen es möglich. Das Einfrieren digitaler Vermögenswerte ist schlicht und ergreifend schwieriger bis gar nicht realisierbar. Zu dieser Erkenntnis kommen derzeit etliche Online-Nachrichtenportale. Nachdem die Sanktionen in Kraft getreten sind, berichtete das Nachrichtenportal Bloomberg über die besagte Elliptic-Auswertung. Die Firma mit Schwerpunkten in den Bereichen Krypto-Forensik und Blockchain-Sicherheit hat für die Analyse mit verschiedenen Behörden kooperiert. Ziel der Zusammenarbeit war unter anderem das Ausfindigmachen von Krypto-Wallets, die eine Verbindung zu Organisationen und russischen Oligarchen aufwiesen, die wiederum von Sanktionen betroffen waren. Dabei fiel den britischen Experten insbesondere eine Wallet ins Auge, die eine solche Verbindung nahelegt. Die Rede ist dabei von „erheblichen Beständen von Krypto-Assets“ in einer Größenordnung von Millionen. Tom Robinson, einer der Gründer des Unternehmens Elliptic, äußerte im Gespräch mit Bloomberg, dass eben diese Wallet möglicherweise zur Sanktions-Umgehung genutzt werde.

Zur Gesamtwert des Inhalts der Geldbörse oder zu den enthaltenen Kryptowährungen hingegen gibt es keine genauen Informationen. Robinson teilte zudem mit, es sei eher unrealistisch, dass russische Oligarchen das vollständige Umgehen von Sanktionen über die digitale Geldbörse ermöglicht werde. Zwar eigneten sich digitale Währungen, um geltende Maßnahmen zu umgehen. Es sei jedoch nahezu ausgeschlossen, dass Oligarchen Vermögen als Ganzes auf diesem Wege „verschieben“ können. Eine „Wunderwaffe“ seien Kryptos eben nicht. Und dennoch: Elliptic kommt zu dem Ergebnis, dass es aktuell über 400 Kryptodienste gibt, die einen anonymen Kryptohandel auf Basis des russischen Rubels ermöglichen. Die Menge der Kryptoadressen, die einen Zusammenhang mit kriminellen Aktivitäten in Russland erkennen lassen, gibt das Unternehmen mit über 15 Millionen an.

Millionenspenden an die Ukraine in digitalen Währungen

Doch nicht nur in Russland erweisen sich Kryptowährungen als hilfreich. So setzt die ukrainische Politik verstärkt auf eine Legalisierung digitaler Währungen. Inzwischen konnten Hilfsorganisationen im Land Krypto-basierte Spenden in mindestens zweistelliger Millionenhöhe verbuchen. Wolodymyr Selenskyj, seines Zeichens weltweit gefeierter Präsident der Ukraine und des dortigen Widerstands, unterzeichnete darüber hinaus einen neuen Gesetzentwurf, der Kryptowährungen im Land zunehmend aus der rechtlichen Grauzone holt. Das Ausmaß der Spenden in digitalen Währungen ist hierbei ein wesentliches Argument für die politische Entscheidung. Das ukrainische Parlament billigte den Entwurf inzwischen. Die Folge: In der Ukraine gibt es durch die Schaffung des Rechtsrahmens jetzt Bedingungen, die den „Start eines legalen Markts für virtuelle Vermögenswerte“ bieten. Dazu gehört ebenfalls, dass Banken im Land Unternehmen das Anlegen von Krypto-Konten erlauben.

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Spenden könnten durch eindeutige Rechtslage nochmals steigen

Die Regulierung Marktes wird zukünftig über die ukrainische Nationalbank sowie die Nationale Kommission für Wertpapiere und Aktienmärkte erfolgen. Kryptobörsen und andere Unternehmen der Branchen müssen sich staatlich registrieren lassen. Die Regierung der Ukraine zielt weiterhin auf den Schutz von Krypto-Besitz der Bevölkerung ab. Mykhailo Fedorov, ukrainischer Vize-Premierminister und Minister für Digitale Transformation in Personalunion, teilte über den Dienst Telegram mit, der staatliche Kryptofonds habe seit Kriegsbeginn Spenden in Höhe von umgerechnet über 54 Millionen US-Dollar eingesammelt. Andere Schätzungen gehen von weitaus größeren Summen aus. Einige Experten sprechen gehen gar von dreistelligen Spendenbeträgen in digitalen Währungen aus. Eine sichere rechtliche Basis könnte die Spenden in den kommenden Monaten noch deutlich steigen lassen.

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