EX-Chef der Börse Mt.Gox will Ratingagentur für den Kryptosektor starten


Die zur Zeit des ersten großen Kryptobooms gegründete japanische Kryptobörse Mt.Gox entwickelte sich nach ihrem Marktstart schnell zu einem der beliebtesten Anbieter für den Handel mit digitalen Währungen weltweit. Zunächst aus Angebot für den Tausch von Spiel- und Sammelkarten gedacht, entschieden sich die Verantwortlichen ein Jahr nach der Gründung für einen Neustart als reine Krypto-Börse. Für viele Marktkenner ist das Unternehmen Mt.Gox bis heute das wohl beste Beispiel für einen eindrucksvollen Niedergang eines vormals sehr erfolgreichen Dienstleister im Bereich damals noch recht jungen Kryptowährungen. Zeichnete die Börse im Jahr 2013 noch beinahe 60 Prozent aller Bitcoin-Transaktionen, machten bald Berichte über Hackerangriffe und Missbrauchsvorwürfe gegenüber dem Management die Runde. Das vormals florierende Unternehmen musste Insolvenz anmelden, Börsenchef Mark Karpelès wurde gar zu einer vierjährigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt.

Eben dieser ehemalige umstrittene Manager hat nun eine Ratingagentur ins Leben gerufen, die auf dem Markt für Transparenz sorgen soll. Viele Beobachter sehen das Projekt schon im Vorfeld als gescheitert an.

Eindeutige Bezugnahme zur gescheiterten Börse aus Japan

Der Name des neuen Rating-Dienstleisters ist unmissverständlich an die frühere Krypto-Börse angelehnt. Schon diese Namenswahl führt vielerorts zu Sorgenfalten und lässt bei manchem Branchenkenner Zweifel an den Erfolgsaussichten, zum Teil auch an der Seriosität der neuen Agentur aufkommen. Karpelès selbst kündigte an, seine weitreichenden Erfahrungen bezüglich des Kryptomarktes einbringen zu wollen. Und in der Tat – am nötigen Know-how dürfte es nicht fehlen. Zugleich aber eilt dem Franzosen bis heute ein nicht unbedingt guter Ruf voraus.

Karpelès haftet bis heute ein negatives Image an

In besonders schlechter Erinnerung blieb vielen Kryptonutzern, dass die Ermittlungen rund um vermeintliche Hackerattacken Anfang 2014 gezeigt hatten: Von den als „vermisst“ gemeldeten 650.000 Bitcoins (BTC), die von der Plattform verschwunden waren, gingen laut der Polizei in Tokio lediglich 7.000 Einheiten tatsächlich auf das Konto der Hacker. Den beträchtlichen Rest sollen sich laut den Ermittlern Insider beim Unternehmen sprichwörtlich in die eigene Tasche gesteckt haben. Das Ergebnis ist bekannt. Karpelès und einige andere führende Mitarbeiter wurden verurteilt. Der Name Karpelès (der Manager wurde übrigens vor allem wegen Falschaussagen zur Rechenschaft gezogen) dürfte schon deshalb von Anfang an eine schwere Hypothek für die neu gegründete Ratingagentur sein.

Fehlgriff bei der Namensgebung und Kritik am Geschäftsmodell

Gerade wegen des mangelhaften Renommee des Gründers könnte UnGox unter einem schlechten Stern stehen. Viele Branchenkenner äußerten sich verwundert – sowohl über die führende Rolle des früheren Börsenchefs Karpelès als auch die Entscheidung für den Namen der Ratingagentur. Karpelès hingegen gibt sich im Zusammenhang mit dem Start der Agentur reumütig. Und mehr noch: Es scheint fast so, als wollte der vormals erfolgreiche Manager explizit seine eigenen schlechten Erfahrungen als Börsenchef in einen Vorteil umwandeln. Sein Wissen wolle er nun sowohl kapitalstarken, institutionellen Großanlegern als auch privaten Investoren auf dem Kryptomarkt zugänglich machen. Noch ist die Gründungsphase nicht abgeschlossen. Derzeit arbeitet Karpelès an der Finanzierung zur geplanten Ratingagentur für Kryptobörsen. UnGox soll Daten zu Kryptobörsen zukünftig scheinbar in zwei unterschiedlichen Varianten zugänglich machen. Ein Ansatz soll eine kostenlose Version sein. Zudem soll es angeblich einen kostenpflichtigen Newsletterservice geben.

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Das Ziel des Formats mit festen Gebühren soll laut aktueller Meldungen deutlich umfangreichere Informationen zu wichtigen Themen wie Börsenbetreibern, den verwendeten Technologien der Plattformen sowie zu rechtlichen Aspekten umfassen.

Gute Idee – doch die Konkurrenz für Kryptoanalysen ist groß

Dass solche Krypto-Ratingagenturen durchaus sinnvoll sind, darin sind sich die meisten Insider vermutlich einig. Schließlich existiert rund um den Globus inzwischen eine vierstellige Zahl Kryptobörsen, von denen fraglos nicht alle seriös und sinnvoll für Anleger sind. Dessen bewusst, teilte Karpelès jetzt mit, er wolle verhindern, dass es in Zukunft nochmals ähnliche Szenarien wie bei der Börse Mt.Gox geben kann und wird. Die wichtigste Frage für die Ratingagentur dürfte nun sein: Kann Karpelès sein altes Image hinter sich lassen? Dies wird gleichermaßen für die Suche nach Geldgebern als auch nach Nutzern des Angebots innerhalb des Kryptoversums sein. Zumal: Inzwischen gibt es ganze Reihe verlässlicher Analyseplattformen, die belastbare Daten zu Kryptobörsen und Herausgebern digitaler Währung zur Verfügung stellen.

Insbesondere die Vertrauenswürdigkeit Karpelès dürfte für potenzielle Nutzer und Investoren von entscheidender Bedeutung sein. Der Blick auf die Internetpräsenz der neuen Agentur (die bisher stets zum gebührenpflichtigen Newsletter führt) jedenfalls schürt bei der Mehrheit der Beobachter nicht unbedingt die Hoffnung, dass es sich hier um seriöses Serviceangebot handeln.

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